Ich lese gerade das sehr gute Buch „The Walls have eyes“ von Petra Molnar.
Webseite von Petra Molnar: https://www.petramolnar.com/
Eine deutsche Rezension zu dem Buch findet sich hier: https://www.soziopolis.de/ueber-macht-gewalt-und-technologie.html
Als ich nach ein paar Hintergrundinformationen im Netz gesucht habe, bin ich über folgenden Artikel gestoßen:
Frontex: Forderungen nach mehr Befugnissen zur Grenzsicherung in der EU (https://www.it-boltwise.de/frontex-forderung-nach-mehr-befugnissen-zur-grenzsicherung-in-der-eu.html)
Aufhänger der Artikels sind die Ereignisse in Ceuta.
Wikipedia zu Ceuta: https://de.wikipedia.org/wiki/Ceuta
Artikel in der TAZ zum Thema „Ceuta“: https://taz.de/Ceuta/!t5047205/
Der Artikel beginnt zunächst mit allgemeiner Berichterstattung über Manfred Webers Forderungen nach mehr Befugnissen für Frontex.
Manfred Weber bei der Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Manfred_Weber
Wikipedia zu Frontex: https://de.wikipedia.org/wiki/Frontex
Ungefähr in der Hälfte des Artikels ändert sich jedoch der Tonfall bzw. werden die Aussagen spezifischer:
„Für die Wirtschaftsseite stellt sich die Debatte vor allem als Risiko- und Kostenfrage dar. In der aktuellen Ausgestaltung bedeutet strengere Grenzkontrolle häufig zusätzlichen Verwaltungsaufwand, längere Prozesse an Schnittstellen und mehr Aufwand in Bereichen wie Zoll, Logistik und Compliance-nahe Prozesse. Gleichzeitig kann eine stabilere Migrations- und Grenzpolitik die Planbarkeit verbessern, weil Behörden, Unternehmen und lokale Strukturen sich besser auf wiederkehrende Ereignisse einstellen können.“
Menschen, die ihr Leben risikieren, um ein anderes Land zu erreichen werden damit lediglich zu einem Wirtschaftsfaktor.
Auf meiner Recherche zu der Webseite und der angeblichen Autorin des Artikels bin ich dabei auf folgenden Blogpost gestoßen (tbh das Blog hat selbst ChatGPT eingebunden und nutzt KI zur Recherche und ist insgesamt mekrwürdig, aber dennoch…):
Die dunkle Seite der KI im Journalismus von Christopher Helm: https://christopher-helm.com/die-dunkle-seite-der-ki-im-journalismus-1-500-ki-texte-im-eilverfahren-pro-tag-ueber-eine-million-besucher-im-monat/
Anhand dieses Blogpost lässt sich nachvollziehen, dass IT-boltwise.de anscheinend automatisiert Texte mittels KI übersetzt sowie veröffentlich. Die angebliche Autorin Frau Schirmer existiert vermutlich nicht bzw. nicht als „lebende“ Autorin dieses und anderer Artikel.
Hier zeigen sich innerhalb eines Artikel gleich mehrere Problematiken, die die ungebremste Nutzung von KI bzw. LLMs ergeben.
- Anhand des verlinkten Blogs von Christopher Helm wird deutlich, dass fremdes geistiges Eigentum einfach abgegriffen und neu verwertet wird. Menschen, Unternehmen, Agenturen usw. die die ursprünglichen Artikel verfasst haben, deren Artikel und deren Arbeit wird ungefragt übernommen, übersetzt und als neu wiederveröffentlicht. Das ist Diebstahl.
- Außerdem erhöht sich dadurch die Redundanz des Internets, indem bestehende Inhalte einfach nur wiederholt werden. Mit allen inhaltlichen (und ggf. auch neu hinzuhallizunierten) Fehlern. Ein Beleg für die Dead Internet-Theory (https://de.wikipedia.org/wiki/Dead_Internet_Theory)
- Damit erhöht sich auch die Verbreitung problematischer Inhalte und scheint damit mehr Relevanz zu haben, als dem tatsächlich ist. Bots und KI reproduzieren Einzelmeinungen genau in dem gleichen Maße, wie sie es mit tatsächlich relevanten Inhalten auch machen. Der Eindruck entsteht, dass z.B. menschenverachtende Ansichten genau so verbreitet sind wie die Kritik an diesen.
Eigentlich wollte ich was zu Frontex, KI und Migration schreiben.
Durch den Fund dieser „Zombieseite“ hat sich aber kurzfristig mein Fokus verschoben.
Ich denke, dass die restlichen Themen in den kommende Tagen folgen werden.
Foto von robin mikalsen auf Unsplash

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