Aline Blankertz und Malte Engeler entwerfen in ihrem Buch über „Digitale Solidarität“ einen sozialistischen Gegenentwurf zur aktuellen kapitalistischen Entwicklung digitaler Technologien. Damit leisten sie einen wichtigen Diskussionsbeitrag zur Analyse und im Idealfall auch der Überwindung eben jener Zustände.
Im ersten Kapitel analysieren sie die „wesentlichen Merkmale kapitalistischer Digitalisierung“. Kritik an der kapitalistischen Ordnung der digitalen Technologien ist nicht neu. So weisen sie darauf hin, dass bereits andere Autor:innen sich mit dieser Problematik befasst haben. Häufig sind die Empfehlungen, die aus diesen Analysen entstehen, den Kapitalismus bzw. seine Mechanismen „einzuhegen“ und z.B. Tech-Konzerne so regulieren, dass daraus wieder ein guter oder gebändigter Kapitalismus entsteht. Diese Logik lehnen sie korrekterweise ab. Was ich jedoch für eine Fehlanalyse halte, ist die Einschätzung der beiden über Cory Doctorows Konzept der „Enshittification“.1 Enshittification beschreibt den Prozess, den laut Doctorow die meisten Plattformen im Internet (z.B. Amazon, Facebook, Instagram oder TikTok) durchlaufen. Zunächst bieten sie einen Mehrwert für die User:innen, danach „sperren“ sie ihre User:innen ein. „Einsperren“ meint in diesem Fall, dass ein Wechsel z.B. von Facebook zu einem anderen sozialen Netzwerk nur unter Verlust vieler Kontakte möglich ist, die nicht mitwechseln (auch als „Wechselkosten“ bezeichnet)2. Das ist für viele User:innen Grund genug, nicht zu einem anderen Netzwerk wie z.B. Mastodon (dem Fediverse3) zu wechseln. Im nächsten Schritt richtet sich das Interesse der Konzerne nur noch am Mehrwert der Shareholder der Plattform aus. Die User:innen werden selbst zum Produkt und erhalten nur noch minderwertige Inhalte (z.B. Werbung anstatt der Posts ihrer Freund:innen).
Doctorow bietet zwei Lösungen an:
Zum einen Interoperabilität. Das bedeutet, dass ich bei einem Wechsel von einem sozialen Netzwerk zu einem anderen Netzwerk alle meine Freund:innen, Follower:innen, Kontakte usw. einfach „mitnehmen“ kann, ohne dass diese selber wechseln müssen. In einer „idealen Welt“ kann ich also bei Instagram sein und dennoch die Videos meiner Freund:innen sehen, die z.B. auf TikTok sind. Eben jenes genannte Fediverse verfolgt diesen Ansatz.
Die zweite Lösung ist das End-to-End-Prinzip. Das bedeutet, dass ich nur noch die Inhalte zu sehen bekomme, die ich auch wirklich sehen möchte. Also z.B. die Posts meiner Freund:innen und eben keine Werbung, sofern ich das nicht ausdrücklich wünsche. Simple as that.
Blankertz und Engeler schreiben nun, dass diese beiden Lösungen lediglich die eigentliche Ursache verschleiern würden, die da heißt Kapitalismus.4 Und diese Annahme halte ich für falsch.
Natürlich liegt die Ursache von Enshittification im Kapitalismus. Und ich gehe davon aus, dass dies auch Cory Doctorow bewusst ist. Er selbst ist Mitglied der Democratic Socialists of America.5 Damit dürfte ihm Kapitalismuskritik aus sozialistischer Perspektive geläufig sein.
Technische Lösungen für ein Problem anzubieten, bedeutet nicht, dass man deswegen das Hauptproblem aus den Augen verliert. Ich verstehe das als ein Plädoyer dafür, auf jene Plattformen ausweichen, die bereits heute diese technischen Lösungen anbieten (eben genanntes Fediverse). Das Fediverse ist ganz bestimmt nicht perfekt. Das wird vermutlich niemals ein soziales Netzwerk sein. Aber durch eben jene beschriebene Funktionen (und außerdem dem grundsätzlichen Aufbau des Fediverses) entzieht es sich den kapitalistischen Marktzwängen und schafft damit eine Nische außerhalb dieser.
Es gibt vielleicht kein falsches Leben im richtigen, um ein viel zu sehr strapaziertes Zitat zu verwenden. Aber es gibt ein gutes Netzwerk neben allen anderen. Und dies bedeutet nicht, die kapitalistischen Zwänge zu verleugnen.
Bemerkenswert finde ich, dass Blankertz und Engeler eben jenen Prozess der Enshittification selber beschreiben, ohne jedoch Doctorows Begriff zu verwenden. Im Kapitel „Digitale Mythen: Konzentration statt Digitalisierung“ zeichnen sie den Weg von digitalen Unternehmen nach, der genau diesem Prozess folgt. Neben „Medien“-Plattformen (u.a. Facebook, TikTok usw.) verweisen sie dabei auch auf andere Plattformen, denen erst eine „demokratisierende Wirkung nachgesagt“6 wurde. Auch der Hinweis auf den mittels KI erstellten Code, der nur Bias reproduziert und Abhängigkeiten reproduziert7 findet sich ebenfalls bereits bei Doctorow.8 Hier entsteht bei mir der Eindruck, sich von bestehenden Konzepten (oder konkret Doctorow?) abgrenzen zu wollen, aber gleichzeitig zu den gleichen Erkenntnissen zu gelangen, diese lediglich anders zu benennen.
Auch die Kritik an der EFF (Electronic Frontier Foundation) bezogen auf Kryptowährungen und Blockchains ist leider sehr verkürzt und bezieht sich in erster Linie auf Sekundärquellen (als Quelle ist David Golumbia angegeben). So würde die EFF einen Einblick in die Datenbanken bei Bitcoin-Transaktionen als Desaster für die digitale Privatsphäre bezeichnen.9 Schaut man sich die Argumentation der EFF an, ist diese jedoch weitaus differenzierter. So sehen sie die Notwendigkeit von Regulation und Kontrolle durchaus, z.B. um kriminelle Aktivitäten zu erkennen und Strafverfolgung zu ermöglichen. Jedoch sprechen sie sich gleichzeitig für eine radikale Transparenz aus. So sollten Krypto-Unternehmen ihren Nutzenden offenlegen, an wen sie welche Berichte übergeben (z.B. an staatliche Stellen), und ihre Nutzenden aktiv informieren, wenn Strafverfolgungsbehörden Daten über diese anfordern.10
Gerade der letzte Punkt ist sicherlich kritisch zu bewerten, wenn es darum geht, Strafverfolgung zu ermöglichen. Täter:innen zu informieren, dass gerade Informationen über sie abgerufen werden, ermöglicht diesen natürlich, ggf. belastendes Material zu entfernen, selber unterzutauchen usw. Jedoch hätte meiner Meinung nach diese Diskussion tiefer geführt werden müssen, als lediglich zu behaupten, dass die EFF sich gegen jegliche Datentransparenz stellt.
Nach meiner bisherigen Kritik muss ich allerdings auch darauf hinweisen, dass ich das Kapitel „Datenschutzrecht für den Markt“ wiederum sehr gelungen finde. Es wird sehr gut dargelegt, wie das bestehende Recht, in Deutschland in Gestalt der DSGVO, lediglich kapitalistische Logiken reproduziert. Daten sind nur eine weitere Ware, die gehandelt werden kann. Die DSGVO hat damit hauptsächlich den Zweck, ähnlich wie Zölle, den deutschen bzw. den europäischen Markt gegenüber z.B. den USA zu stärken oder zu schützen. Auch die inhaltliche Verknüpfung, dass mit diesen Regelungen koloniale Strukturen fortgeführt werden, halte ich für eine sehr wichtige Erkenntnis. Gleiches gilt für das Konzept der digitalen Souveränität gegenüber hauptsächlich US-amerikanischen und chinesischen Unternehmen. Dahinter steckt die Idee, dass sich die europäischen Staaten, von öffentlicher Verwaltung über Industrie bis hin zu den einzelnen Nutzenden unabhängig von Konzernen machen, die nicht in erster Linie den europäischen Interessen dienen, häufig verbunden mit der nicht unbegründeten Sorge, dass zum einen relevante Daten abgezogen werden und zum anderen diese Dienste im Falle eines Konfliktes einfach „abgeschaltet“ werden können. So geschehen bei Nicolas Guillou, Richter am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag sowie weiteren Richter:innen.11
Das Beispiel zeigt, dass es tatsächlich problematisch ist, von großen Konzernen abhängig zu sein, die außerdem ihre Geschäftspraktiken stark mit politischen Interessen verbinden. Blankertz und Engeler haben hier gut ausgearbeitet, wie gefährlich damit die Verbindungen von Musk, Thiel und anderen „Tech-Bros“ zu staatlichen Behörden sind. Sie zeigen damit außerdem auf, dass eine „Europe first!“-Reaktion in erster Linie einem deutschen und/oder europäischen Nationalismus bedient. Abgesehen davon, dass viele europäische digitale Produkte indirekt weiterhin mit z.B. US-amerikanischen Anbietern wie Amazon verbunden sind, setzt diese Reaktion voraus, dass „wir“, die Europäer:innen, „die Guten“ sind und „unsere“ Unternehmen automatisch auf höchstem Niveau demokratisch agieren.
Ein Blick in die Geschichtsbücher macht deutlich, dass diese Annahmen im besten Fall als naiv zu bezeichnen sind.
In der zweiten Hälfte des Buches werden nun Ideen entwickelt, wie eine digitale Solidarität geschaffen werden kann. Dabei setzen Blankertz und Engeler drei Kriterien als Voraussetzung für digitale (oder auch andere) Technologien, damit diese eine emanzipatorische Wirkung entfalten können:
- Angleichen der Befähigungen
- wünschenswerte Zwecke
- Angemessenheit
Unter Angleichen der Befähigungen ist gemeint, dass „…eine Technologie dazu beiträgt, dass alle Menschen gemäß ihren Bedürfnissen einen weniger ungleichen Entfaltungsspielraum haben“.12 Das kann z.B. die Vernetzung von Gruppen sein, schließt aber auch die Produktion bzw. Bereitstellung von Waren und Dienstleistungen mit ein. So wird als negatives Beispiel ein Rechenzentrum angeführt, das durch massiven Ressourcenverbrauch die Entfaltung der im Umfeld lebenden Menschen einschränken kann.13 „Gleichheit bedeutet, dass im Idealfall alle Menschen gemäß ihren Bedürfnissen den gleichen Entfaltungsspielraum haben.“14 Hier wird als Positivbeispiel die konsequente Nutzung von sog. Alt-Texten genannt. Also die Beschreibung von Bildern, damit auch sehbehinderte Menschen die Möglichkeit haben, erklärende oder ergänzende Bilder, Grafiken etc. in Postings, Blog-Artikeln usw. zu erfassen und damit den Kontext ggf. besser nachvollziehen können.
Das zweite Kriterium sind die wünschenswerten Zwecke. Nahezu jede Technologie lässt sich auch so nutzen, dass sie schaden kann. Durch Regulierungen kann gesteuert werden, in welcher Art und Weise bestimmte Technologien zum Einsatz kommen. So könnte ein Ausschluss lauten, dass 3D-Drucker nur Materialien in einer Härte drucken können, die das Herstellen von Waffen unmöglich macht bzw. zumindest deutlich erschwert.15
Das dritte Kriterium ist nun die Angemessenheit. Diese fragt nach dem Input bezogen auf den Output von Technologien, also in welchem Verhältnis die Belastung von Mensch und Umwelt steht zum erreichten Ergebnis. Bei einem entsprechend ungünstigen Verhältnis kann das Ergebnis auch ein „Nicht-Tun“ sein. Also, dass bestimmte Entwicklungen oder Möglichkeiten nicht genutzt werden, da der ökologische oder soziale Schaden so groß ist, dass es einer Nutzung der entsprechenden Technologie entgegensteht.16
Ich halte die drei genannten Kriterien für sehr geeignet, um den Einsatz von Technologien zu bewerten und zu steuern. Jedoch ist es das erklärte Ziel von Blankertz und Engeler, Prinzipien für digitale Technologien jenseits von kapitalistischer Logik zu entwickeln. Dies ist ja auch ein Kritikpunkt der zu Anfang am Konzept der Enshittification oder auch der Open-Source-Bewegung genannt wird. Die Kritik am Begriff „Enshittification“ halte ich wie dargelegt für falsch. Dass Open-Source-Software nicht den Kapitalismus überwindet bzw. in Teilen sogar von Unternehmen als Wettbewerbsvorteil genutzt werden kann, ist bekannt.1718 Beides sind Kritiken, die Blankertz und Engeler anbringen und sich daher daran messen lassen müssen. Denn diese drei Kriterien sind ebenfalls nicht in der Lage, digitale Technologien antikapitalistisch zu gestalten. Es ist ähnlich wie beim „Grünen Kapitalismus“19: auch dort wird die Idee vertreten, dass wir lediglich den Markt richtig steuern müssen, damit der Kapitalismus nicht seine schädlichen Auswirkungen zeigt. Die Grundprinzipien oder auch Steuerungsideen sind in beiden Fällen gut gedacht, werden aber nicht den Kapitalismus überwinden. Meta hat bereits erste Aspekte dieser genannten Kriterien getestet, indem das Unternehmen bei Instagram die Möglichkeit bietet, dass Likes von Postings nicht mehr angezeigt werden.20
Danach folgt ein Kapitel zur Kritik an Künstlicher Intelligenz, das ich persönlich sehr schwach finde. Es gibt Grund genug, Kritik an künstlicher Intelligenz zu üben. Angefangen beim Ressourcenverbrauch, über die Reproduktion von gesellschaftlichen Ungleichheiten bis hin zu dem Vorwurf, dass Menschen verlernen, selber zu denken. Die Aufzählung ist an dieser Stelle ganz bestimmt nicht abschließend. Jedoch wird in dem Kapitel Künstliche Intelligenz quasi gleichgesetzt mit den sogenannten großen Sprachmodellen (LLMs), auch wenn wir im Text den Hinweis finden, dass der allgemein genutzte Begriff „KI“ schwammig sei und es auch kleine spezialisierte Systeme gäbe, z.B. zur Diagnostik im medizinischen Bereich. Den Einwand, dass es genau diese Modelle gibt, um spezifische Aufgaben auf einem hochspezialisierten Niveau zu lösen, wegzuwischen mit dem Gegenargument, dass dies lediglich dazu dienen würde, den allgemeinen Hype zu rechtfertigen, halte ich für fahrlässig. Natürlich ziehen OpenAI, Anthropic usw. ihren größten Gewinn nicht aus eben jenen Anwendungen, sondern aus dem genannten Hype. Ich bin der festen Überzeugung, dass dieser Hype eine KI-Blase ist, die bald platzen wird und ähnlich wie die Dotcom-Blase eine entsprechende Krise erzeugen wird. Umso wichtiger ist es, auf die „guten“ Anwendungen von KI zu schauen. Grundsätzlich ist es möglich, KI-Systeme auf den meisten privaten Rechnern laufen zu lassen, um definierte Aufgaben zu lösen (z.B. Rechtschreib- oder Grammatikprüfungen). Diese sind häufig besser als die integrierten Lösungen in Textverarbeitungsprogrammen.21 Weiterhin setzen Unternehmen zusehends auf Lösungen, die sie selber betreiben. Sei es aus Datenschutzgründen, aber auch, weil KI-Systeme dann besser auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmt werden können.
Als weiteres Gegenargument für den Einsatz von KI wird auf eine Studie verwiesen. In dieser Studie wurde festgestellt, dass sich die diagnostische Kompetenz von Ärzt:innen bei Endoskopien um 6% senkt, wenn mittels KI während der Endoskopie Auffälligkeiten detektiert werden. Diese Studie wurde im renommierten Wissenschaftsmagazin „The Lancet“ publiziert und kann als seriös und valide bewertet werden.22 Durch die Studie ist nicht beantwortet, ob sich die Diagnostik ebenfalls verbessert hat, damit also potentiell mehr Menschen gesund (über)leben können. Dies wäre nämlich anhand der selbst vorgeschlagenen Matrix ein „wünschenswerter Zweck“ und damit ein Grund diese Technologie durchaus einzusetzen. Neben diesem Beispiel gibt es auch Beispiele für den erfolgreichen Einsatz von KI in der Medizin, z.B. die Verbesserung der Analyse von Präparaten in der Pathologie.23 Eine große randomisierte Studie aus Schweden zeigte deutliche Verbesserungen in der Befundung im Rahmen der Brustkrebsfrüherkennung bei gleichzeitiger Reduktion der Arbeitslast (ebenfalls in „The Lancet“ publiziert).24 Grundsätzlich muss man jedoch konstatieren, dass die Forschungslage zum Einsatz von KI in der Medizin insgesamt sehr dünn ist und in den nächsten Jahren mehr Forschung dazu notwendig ist.25 Dies wäre eine kritische Differenzierung gewesen, die ich mir in dem Buch gewünscht hätte. Nicht dem allgemeinen KI-Hype nachzulaufen, sollte nicht bedeuten, in unreflektiertes KI-Bashing überzugehen.
Richtig ist aber auch, dass Technologien durch progressive Kräfte angeeignet werden müssen, damit sie ihren emanzipatorischen Charakter entfalten können, wie auch Blankertz und Engeler schreiben. Sie zeigen im weiteren Verlauf des Buches auf, wie Widerstand gegen kapitalistische Technologien gestaltet sein kann, sowohl individuell als auch kollektiv. Sowohl mit technischen Vorwissen, als auch für Menschen ohne Programmier- oder Hacking-Kenntnissen. Wobei den kollektiven Aktivitäten korrekterweise die größere Hebelwirkung zugesprochen wird. Das Buch schließt mit einer Darstellung von Möglichkeiten, wie der aktuelle digitale Kapitalismus überwunden werden kann. Es werden bestehende Ansätze aufgezeigt und deren Potential zur Veränderung bewertet. Ausführlich wird die Möglichkeit der Vergesellschaftung bestehender Technologien und deren Unternehmen dargelegt.
Aber auch die Schwächen, ganz besonders im Rahmen von Datenschutz und Überwachung, werden besprochen. Denn auch eine anti- oder postkapitalistische digitale Technologie bietet natürlich diese Gefahr und muss diskutiert werden.
Zusammenfassend halte ich das Buch für sehr wichtig. Es liefert einen wichtigen Diskussionsbeitrag und schließt eine bestehende Lücke in der aktuellen sozialistischen Literatur. Jedoch hat es meiner Meinung nach Schwächen in der Analyse und Bewertung, wie dargestellt bei bestehenden Konzepten (z.B. Enshittification) oder auch Technologien (z.B. KI). Gerade weil die eigenen vorgeschlagenen Kriterien zur Bewertung von Technologien in meinen Augen bei der geäußerten Kritik (in diesem Fall KI) nicht stringent angewendet werden und damit der eigenen Argumentation widersprechen.
Dennoch unbedingte Leseempfehlung für alle Aktivist:innen, Gruppen und Menschen, die sich mit den Herausforderungen des digitalen Kapitalismus und dessen Möglichkeiten zur Überwindung befassen möchten.
Aline Blankertz ist Ökonomin und Teil des digital-politischen Kollektivs Structural Integrity. Sie forscht zu digitalen Märkten, Vergesellschaftung und Technologiekritik.
Malte Engeler ist Rechtswissenschaftler und ebenfalls Teil von Structural Integrity. Er forscht zu Datenrecht, postkapitalistischer Datenökonomie und solidarischer Digitalpolitik.
Das Buch „Digitale Solidarität“ ist in der 1. Auflage 2026 im Karl Dietz Verlag erschienen. Ihr könnt es dort oder bei der Buchhandlung eures Vertrauens für €16 erwerben.
1https://www.wired.com/story/tiktok-platforms-cory-doctorow/
2https://de.wikipedia.org/wiki/Wechselkosten
3 https://de.wikipedia.org/wiki/Fediverse
4Blankertz/ Engeler (2026): „Digitale Solidarität“, S. 34. Dietz Berlin.
5https://pluralistic.net/2024/08/19/apologetics-spotters-guide/: „Look, I am a literal card-carrying member of the Democratic Socialists of America…“
6Blankertz/ Engeler (2026): „Digitale Solidarität“. S. 45ff. Dietz Berlin.
7Ebd.
8https://doctorow.medium.com/https-pluralistic-net-2026-01-06-1000x-liability-graceful-failure-modes-d69f384af9e4
9Blankertz/ Engeler (2026): „Digitale Solidarität“. S. 59 Dietz Berlin.
10https://www.eff.org/deeplinks/2018/07/five-policy-issues-blockchain-startups-care-about-user-rights-should-think-about
11https://www.watson.ch/digital/analyse/838230073-digitale-blockade-us-regierung-bestraft-unliebsame-europaeische-richter
12Blankerz/ Engeler (2026): „Digitale Solidarität“. S. 117. Dietz Berlin.
13Blankerz/ Engeler (2026): „Digitale Solidarität“. S. 118. Dietz Berlin.
14Ebd.
15Blankerz/ Engeler (2026): „Digitale Solidarität“. S. 120. Dietz Berlin.
16Blankerz/ Engeler (2026): „Digitale Solidarität“. S. 121ff. Dietz Berlin.
17https://www.heise.de/blog/Open-Source-ist-nicht-das-Problem-sondern-sein-Missbrauch-durch-Konzerne-11244125.html
18Dennoch halte ich Open-Source für den richtigen Weg. Aber das ist nicht Thema dieses Artikels.
19https://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCner_Kapitalismus
20https://www.heise.de/tipps-tricks/Instagram-Likes-verbergen-so-geht-s-6112080.html
21Ich verweise hier wieder auf den von mir geschätzten Cory Doctorow (ich gebe zu, ich bin Fan): https://doctorow.medium.com/discernment-087ffc751793
22https://www.thelancet.com/journals/langas/article/PIIS2468-1253(25)00133-5/abstract
23https://ieeexplore.ieee.org/document/10849962
24https://www.eurekalert.org/news-releases/1114399
25https://www.bmj.com/content/368/bmj.m689

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